Welchen MiniComputer soll ich kaufen?

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In diesem Beitrag geht es im speziellen um den Raspberry Pi. Da es aber auch noch andere Hersteller vergleichbarer Minicomputer gibt, möchte ich diese nicht ausklammern.

Die Frage ist immer:

Was habe ich mit dem Minicomputer vor?

Es gibt Modelle, welche zwar eine eher geringe Leistung haben, dafür aber auch wenig Strom benötigen (vor allem die älteren Raspberry Modelle). Und es gibt die aktuellen HiTech-Modelle mit einigen CPU-Cores und viel RAM. Diese ziehen bei voller Belastung allerdings auch viel Strom und werden teilsweise richtig heiß.

Auch gibt es in der Hardwareanbindung deutliche Unterschiede. Bei den bisherigen Raspberry-Pi Modelle lief die Kommunikation mit dem SD-Kartenslot stets über den USB-Port. Wenn also an den USB-Port noch Maus und Tastatur, im Fall des aller ersten Pi-Modells auch noch ein USB-WLAN Modul steckt, dann müssen sich all diese externen Geräte eine Datenleitung teilen. Das kann dann umständlich werden. Als Beispiel, Daten aus dem WLAN empfangen und auf der SD-Karte ablegen: Zunächst müssen die empfangenen Daten irgendwo abgelegt werden, da zum Zeitpunkt des Datenempfangs kein Schreibzugriff auf das SD-Kartenmodul möglich ist. Also gehen diese Daten in den RAM. Davon hatte der Pi 1 allerdings gerade einmal 512MB, welche er sich zudem noch mit dem Grafikchip teilen musste. Vom RAM aus geht der zwischengespeicherte Datensatz auf die SD-Karte. Danach wird der nächste Datensatz von der WLAN-Verbindung übernommen, zwischengespeichert und auf die SD-Karte geschrieben.

Ziemlich umständlich, oder? Deswegen hatte ich den Raspberry Pi für meine Wetterstation nur kurz im Einsatz. Denn schnell stieß ich auf den Banana-Pi. Dieser punktet mit einer Sata-Schnittstelle, welche ihre eigene Datenleitung zur CPU besitzt. Zudem besitzt der Banana Pi eine Dual-Core CPU. Damit ist er auch nicht gerade der Leistungsstärkste Minicomputer, aber immerhin besser als der Pi 1 oder Pi 2. Vor allem kann er Daten von SD-Karte oder Netzwerk direkt auf der Festplatte speichern oder von der Festplatte ins Netzwerk übertragen. Und mein Banana-Pi läuft nun schon 5 Jahre lang im Dauerbetrieb. Lediglich die Sata-Festplatte (eine mechanische, keine SSD) wollte in den 5 Jahre einmal getauscht werden.

Kurze Zusammenfassung:

Es kommt immer auf den geplanten Einsatzzweck an. Soll der Minicomputer 24h/Tag laufen, oder soll er als Mediacenter am Fernseher dienen? Im ersten Fall würde ich einen Minicomputer mit geringer Leistung und entsprechend geringer Leistungsaufnahme empfehlen. Zum Beispiel den Pi 2B oder Pi 3B. Für das Mediacenter käme lediglich der Raspberry 4B in Frage, da er das derzeit Leistungsstärkste Raspberry-Modell ist. Allerdings sollten hier wenigstens passiv arbeitende Alukühlrippen mitbestellt werden. Auf Grund seiner hohen Leistungsfähigkeit wird er sonst zu schnell heiß und drosselt seine Leistung.

Vergleich aller 4 derzeit aktuellen Rasberry-Modelle:

ParameterPi 2BPi 3BPi 3B+Pi 4B
CPU-Kerne4444
CPU-Frequenz4x 900MHz4x 1200MHZ4x1400MHz4x 1500MHZ
RAM1024 MB 1024 MB 1024 MB1024 – 4096MB
USB2x USB 2.04x USB 2.0 4x USB 2.0 2x USB 3.0 + 2x USB 2.0
WLAN2,4GHZ2,4GHZ 2,4GHZ / 5GHz
Netzwerk10/100MBit10/100MBit10/100/1000MBit10/100/1000MBit
Leistung in W4W4W7W7,6W
NetzteilUSB-C 5V/3AMicro-USB 5V/2,5A Micro-USB 5V/2,5A Micro-USB 5V/2A

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Ich hoffe ich konnte die Wahl eines für Euer Projekt geeigneten Raspberry Pi ein wenig erleichtern. Ich selbst habe inzwischen 3 Raspberrys und einen Banana-Pi im Einsatz. Einer von den Pi’s arbeitet seit 5 Jahren zusammen mit seinem Kamera-Modul in einem Alu-Gehäuse gekapselt auf dem Dach. Dieser fungiert dort als Webcam. Dazu aber in einem weiteren Beitrag mehr. Für heute ist hier Ende im Gelände 😉 .

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