Mit Photovoltaik zum Selbstversorger

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Was liegt zu Zeiten von Klimawandel und Energiewende näher als den eigenen Stromverbrauch Klimaneutral zu gestalten und sich vom Stromerzeuger weitgehend unabhängig zu machen? Am besten funktioniert dies, durch Nutzung CO2-Neutraler, Regenerativer Energiequellen. Am weitesten verbreitet sind hier Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Ausserhalb geschlossener Ortschaften stehen inzwischen auch reichlich Windräder. Ich habe hier selbst einen kleinen Windpark vor der Tür und sehe es in der Nacht überall rot blinken. Allerdings sind die Nachbarn meist nicht sonderlich erfreut, wenn in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Windrad seine Runden dreht. Viele befürchten hier nervige Luftgeräusche, sowie schnell rotierende Schatten. Bleibt also nur die Photovoltaikanlage.

Derzeit beschäftige ich mich selbst mit dem Gedanken, mir Solarmodule aufs Dach zu schnallen. Daher habe ich mich in den letzten Tagen und Wochen sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und lasse eine Montagefirma nach der anderen antreten, um möglichst viele, verschiedene Angebote zu erhalten. Auch habe ich 2 verschiedende Finanzierungsmodelle im Blick. Zum einem die Fananzierung per Pacht/Miete und zum anderem per Kredit.

Das Pachtmodell

Wer nicht die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung hat und trotzdem die Sonne anzapfen möchte, dem bietet sich ein Kredit oder ein Pachtmodell an. Beim Pachtmodell kommt eine Firma als Verpächter zum Tragen. Diese lässt von einem qualifizierten Fachbetrieb die Photovoltaik-Anlage entsprechend der eigenen Umstände (Dachfläche, Platz, Stromverbrauch, persönliche Wünsche) die planen und installieren. Die Planung und Montage kostet dem Pächter ebenso wenig, wie Wartung und Reperatur. Denn diese Kosten werden vom Verpächter getragen. Für den Pächter wird lediglich eine auf eine gewisse Laufzeit festgelegte, monatliche Pachtrate fällig. In den meisten Modellen beträgt die Laufzeit 20 Jahre. Ist die Laufzeit rum, kann die Anlage vom Pächter zum Restwert, meist der symbolische Euro, gekauft werden.

Wie so vieles, hat aber auch das Pachtmodell seine Schattenseiten. Man ist abhängig vom Verpächter und dem von ihm beauftragten Installateur. Dieser kann zudem gewissen, vom Verpächter auferlegten Beschränkungen unterliegen. Hier tritt oft eine Hersteller-Vorgabe zu Tage. Der Installateur darf dann nur Artikel der vorgegebenen Hersteller verwenden. Dies schränkt die Gestaltungsfreiheit erheblich ein. In meinem Fall möchte der Verpächter auch die Kosten für einen Solarspeicher nicht übernehmen, welchen ich entsprechend selbst bezahlen müsste. Auch sind die Pachtraten oft teurer als die monatliche Kreditrate bei einem gleichgroßen Kredit. Schließlich sind Wartung und Reperatur während der Vertragslaufzeit kostenfrei inbegriffen und ein wenig möchte der Verpächter auch an seinem Pachtmodell verdienen.

Der Kredit

Hat man also seine ganz speziellen Wünsche, welche der Installateur auf Grund von Vorgaben seitens des Verpächters, nicht umsetzen kann, bleibt der Kredit. Hier sind an erster Stelle die Kredite der KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zu nennen, da diese vom Staat gefördert werden. Die Förderung besteht hierbei in besonders günstigen Zinssätzen, welche für besonders günstige monatliche Raten gegenüber vergleichbaren Bankkrediten sorgen. Der Kredit der KFW muss allerdings über eine andere Bank angefragt und ausgezahlt werden. Hier ist eine Anfrage an die eigene Hausbank zu empfehlen. Diese fragt bei der KFW den Kredit an und übermittelt die vom Kreditnehmer übergegebenen Daten und Unterlagen. Stimmt die KFW der Kreditvergabe zu, wird die vereinbarte Kreditsumme zunächst an die Hausbank überwiesen und von dieser an den Kreditnehmer weiter gegeben.

Darüber hinaus bieten viele Banken spezielle Solar- oder Ökokredite an, welche speziell für energetische Bau- und Sanierungsmaßnahmen ausgelegt sind. Einige Angebote akzeptieren hier sogar die Einspeisevergütung als Sicherheit. Heißt konkret, die Beträge der Einspeisevergütung gelangen garnicht erst aufs eigene Konto, sondern gehen gleich an die Kreditvergebende Bank und sorgen somit zuammen mit der monatlichen Kreditrate für eine schnellere Abzahlung. Dafür fallen keine Grundschuldeinträge ins Grundbuch an, was gerade bei größeren Kreditsummen sonst oft der Fall ist. Der Kreditnehmer sollte allerdings wie bei Krediten allgemein üblich, kein Bezieher von Sozialleistungen sein und einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben. Auch die Probezeit sollte bestanden sein. Rentner haben auf Grund der regelmäßigen Rentenzahlung, ebenfalls eine hohe Kreditwürdigkeit.

Die Photovoltaik-Anlage planen

Doch bevor der Kredit in Angriff genommen wird, muss natürlich die Höhe der Ausgaben ermittelt werden. Hierfür ist es ratsam gleich mehrere Fachbetriebe zu bestellen und jeweils ein Angebot anfertigen zu lassen. Der Betrieb mit dem besten Angebot, erhält den Auftrag. Jeodoch sollten noch vor dem ersten Besuch des Solateurs (Fachbetrieb, welcher die Anlage plant und installiert) schon die ersten Ideen und Gedanken vorhanden sein. Denn der Solateur weiss nicht, was sich sein Kunde für eine Anlage wünscht, bzw. wie hoch sein jährlicher Stromverbrauch ist. Von diesem ausgehend wird der Solateur die Anlagengröße ermitteln. Auch sollte die Dachfläche möglichst durchgehend und ohne Hindernisse wie Dachfenster oder Schornstein sein. Je mehr unverbaute, freie Dachfläche vorhanden ist, desto mehr Solarmodule können auf dem Dach platziert werden. Auch spielt die Umgebung, sowie die Dachausrichtung eine wichtige Rolle. Sind Hindernisse wie nahe stehende, große Bäume vorhanden, oder die vorgesehene Dachfläche weicht stark von der Südausrichtung ab, sind große Ertragseinbußen einzukalkulieren.

Warum Südausrichtung nicht immer notwendig ist

Das vorgesehene Dach muss allerdings nicht zwingend nach Süd, Südost oder Südwest ausgerichtet sein. Inzwischen werden auch viele Dächer mit Solarmodulen ausgestattet, deren Dachflächen nach Osten und Westen zeigen. Südwärts ausgerichtete Dachflächen liefern Mittags die maximale, dafür aber Morgens und Abends kaum nennenswerte Leistung. Bei Dächern, deren Dachflächen nach Osten und Westen zeigen, bietet es sich an, auf beiden Dachflächen jeweils Solarmodule zu installieren. Diese liefern dann zwar zur Mittagszeit deutlich weniger Leistung, als Süddächer, dafür gibt es Morgens und Abends deutlich mehr Leistung und gleichen somit die fehlende Mittagssonne morgens und abends aus.

Im folgenden Video wird von einer Solarinstallation berichtet, welche täglich für längere Zeit großflächig verschattet wird. Dennoch hat sich die Installation gelohnt:

Welche Solarmodule soll ich verwenden?

Dei verwendeten Solarmodule sollten stets relativ aktuelle Modelle sein. Denn sie werden ständig weiter entwickelt, immer mit dem Ziel auch den letzten Lichtstrahl in Strom umzuwandeln. Es gibt 3 hauptsächlich verwendete Solarmodulsorten.

Dünnschichtsolarmodule. Hier wird die fotoaktive Schicht aus der Gasphase auf einem Trägermaterial, meistens Glas, bei flexiblen Modulen aber zum Teil auch biegsames Plexiglas, oder andere transparente Kunststoffe, abgeschieden. Diese Module sind zwar relativ günstig, haben aber einen geringen Wirkungsgrad, so dass sehr viele Module für die erzielte Leistung benötigt werden.

Polykristaline Solarmodule. Diese Module haben schon einen deutlich höheren Wirkungsgrad, kommen aber noch nicht an monokristaline Solarmodule heran. Ihr großer Vorteil ist ihre hohe Temperaturstabilität. Selbst bei großer Hitze, bleibt die abgegebene Spannung relativ stabil und somit auch die abgegebene Leistung. Auch sind sie günstiger als monokristalline Solarmodule.

Monokristalline Solarmodule. Sie sind die Königsklasse der Solarmodule und am weistesten entwickelt. Sie bieten den höchsten Wirkungsgrad und finden am häufigsten Verwendung. Entsprechend warten sie mit allerlei Raffinessen auf, um auch den letzten Lichtstrahl in Strom umzuwandeln. Von photoktiven Rückseiten, welche von hinten aufs Modul treffendes Streulicht in Strom umwandeln, über verspiegelte Rückseiten, welche Licht ins Modul zurückwerfen, bis hin zu optimierten Kontaktierungen, welche die Solarzellen möglichst wenig Abschatten. Der große Nachteil monokristalliner Solarmodule ist allerdings ihre hohe Temperaturempfindlichkeit. Wird es ihnen zu heiß, sackt die Spannung ab und das Modul liefert nicht mehr seine volle Leistung. Entsprechend treten die höchsten Solarerträge oft im Frühjahr oder Herbst auf. Hier liefert die Sonne schon reichlich Solarenergie, zeitgleich ist es aber recht kühl, so dass die Solarmodule nicht temperaturbedingt an Leistung verlieren. Monokristalline Solarmodule sind zudem die teuerste Variante.

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Dieses Video vermittelt einen tollen Überblick über die 3 gängigen Typen von Solarmodulen:

Speicher oder nicht Speicher?

Das ist die Frage aller Fragen, welche immer wieder heiß diskutiert wird. In Fachforen wird oft dazu geraten, das Geld in möglichst viel Solarfläche zu investieren und den ungenutzen Strom direkt ins Netz einzuspeisen. Auch bei derzeit 10ct je Kilowattstunde, sollen so ausreichend hohe Vergütungsbeträge zusammen kommen, dass sich die Solaranlage innerhalb weniger Jahre refinanziert.

Ich dagegen tendiere eher dazu, den ungenutzten Mittagsstrom in einem Akku zu speichern und Abends, wenn alle von der Arbeit, Kita, Schule zurück sind, zu nutzen. Letztlich würde ich meinen Solarstrom für gerade einmal 10ct je Kilowattstunde ins Netz einspeisen und Abends kaufe ich ihn mir für den 3fachen Preis, 30ct/kWh wieder zurück. Macht nicht wirklich Sinn. Zumal die Einspeisevergütung erst ab der Anlagenanmeldung bei der Bundesnetzagentur für den Pächter und Anlagenbetreiber für 20 Jahre bindend wird. Bis dahin schrumpft sie Monat für Monat um einen variablen Prozentsatz im Bereich von 0,1% – 1%. Jeder Monat der vergeht, bis die Anlage angemeldet wird, kostet somit Geld. Wie es ab 2020 mit der Einspeisevergütung weiter geht, steht derzeit noch nicht einmal fest. Klar ist nur, dass der Förderdeckel aufgehoben wurde. Ursprünglich sollte die Einspeisevergütung wegfallen, sobald alle in Deutschland installierten Solaranlagen, zusammen mehr als 52 Gigawatt ins Netz einspeisen.

Damit ist´allerdings nicht gesagt, dass die Einspeisevergütung auch weiterhin monatlich geringer wird. Daher wird auch auf allen Seiten, die sich mit der Nutzung vom Solarstrom beschäftigen, dazu geraten den Solarstrom lieber selbst zu nutzen. Hierfür eignen sich Solarspeicher am besten. Man kann den Solarstrom allerdings auch in Wärme umwandeln und in Form von heißem Wasser im Wärmespeicher speichern. Beispielsweise könnte gerade im Sommer, wenn ein großer Überfluss an solarem Strom vorhanden ist, dieser genutzt werden, um heißes Wasser zu erzeugen und im Haushalt zu nutzen. Allerdings treten hier Umwandlungsverluste auf. Es wird deutlich mehr Strom benötigt um Wasser zu erhitzen, als letztlich im Wasser in Form von thermischer Energie vorhanden ist. Der Strom wird also sprichwörtlich “verheizt”. Daher ist ein zusätzlicher Sonnenkollektor (zur Warmwasser-Erzeugung) deutlich sinnvoller, als den Sonnenstrom zu “verheizen”.

Die 2 Sorten von Stromspeicher

Hier gibt es zum einem DC Speicher. Hier kommt der Strom direkt vom Solarmodul und wird vom Speichermodul auf die Einspeisespannung des Speichers heruntergewandelt. Je nach aktuellem Verbrauch und Ladezustand des Akkus, wird sowohl der Solarstrom, als auch der Strom aus dem Akku, auf Einspeisespannung des Wechselrichters gewandelt. Nachfolgend wird dieser vom Wechselrichter auf 230V/50Hz transformiert und ins das Hausnetz eingespeist bzw. ins öffentliche Stromnetz abgegeben. Der Vorteil der DC-Variante sind geringe Umwandlungsverluste, da die Akkus direkt mit der Gleichspannung der Solarmodule gespeist werden.

Beim AC Speicher sitzt der Stromspeicher erst hinter dem Wechselrichter. Daher arbeitet der AC-Speicher mit 230V Netzspannung. Im Klartext heißt das, der Strom der Solarmodule muss erst auf 230V Wechselspannung transformiert werden. Der Laderegler des AC-Speichers wandelt diese 230V wieder zurück auf Gleichspannung und versorgt damit den Akku. Durch dieses Hochspannen und gleich wieder Herunterspannen des Solarstroms kommt es zu Verlustleistungen, welche den Stromertrag mindern.

Beiden Varianten gemeinsam ist das Umwandeln der Akku-Gleichspannung in 230V Wechselspannung. Durch einen Stromflusssensor wird der aktuelle Verbrauch, sowie der eingespeiste Solarstrom ermittelt. Anhand dieser Werte, sowie dem aktuellen Akkustand, entscheidet der Stromspeicher, ob er den Solarstrom zum Laden des Akkus nutzt, Akkuenergie ins Hausnetz einspeist, oder der Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Mehr zum Thema Solarstromspeicher ist in diesem Artikel zu finden: “Speicher für Photovoltaik: Was sie bringen und worauf zu achten ist“. Er erläutert ausführlich die Vor- und Nachteile von Stromspeichern, welche Speicherarten es gibt und wie groß der Speicher für die eigenen Bedürfnisse sein sollte.

Stromspeicher – die Kosten

Diese sind der Knackpunkt der Solarspeicher. Denn bislang sind sie noch derart teuer, dass sich die Anschaffungskosten einer Solaranlage mit Speicher, erst wesentlich später rentieren, als es bei einer PV-Anlage ohne Speicher der Fall wäre. Somit ist die Verwendung eines Stromspeichers Ansichtssache. Wer eine Anlage plant, die sich möglichst schnell bezahlt machen soll, der lässt den Speicher weg. Wer hingegen eine größtmögliche Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz erreichen will, der sollte einen Speicher mitkaufen.

Es gibt 2 Sorten von Speichern. Zum einem die Blei-Säure Technik, wie sie auch bei der KFZ-Starterbatterie zum Einsatz kommt. Hier wird zwar oft die Batteriesäure in einem Fließ gebunden, so dass diese Batterien auslaufsicher sind. Allerdings haben Blei-Säure Batterien eine hohen Alterungsgrad, welcher vor allem aus Ausgasungen relsutiert. Entsprechend sollten derartige Batterien auch nur in gut gelüfteten Räumen aufgestellt werden.

Relativ neu sind Lithium-Akkus. Hier fällt die Entgasung weg, wodurch sie auch eine deutlich höhere Lebenserwartung besitzen. Allerdings mögen es Lithium-Akkus nicht, ständig zu 100% geladen zu sein. Ihnen ist es lieber irgendwo zwischen 20% und 90% geladen zu sein. Daher sollten Lithium-Speicher so gewählt werden, dass sie den nächtlichen Stromverbrauch abdecken und morgens, kurz vor den ersten PV-Erträgen auf Werte zwischen 10% bis 25% entladen sind. Der Hersteller Solarwatt, treibt es mit seinen “MyReserve” Akkus auf die Spitze, in dem diese je nach Wetterprognose erst so spät wie möglich auf 100% geladen werden. An sich keine schlechte Idee. Jedoch hat sich gezeigt, dass Wetterprognosen den Stromverbrauch des Nutzers nicht berücksichtigen können. Im Photovoltaikforum gibt es entsprechend Seitenweise Beiträge dazu: Solarwatt Myreserve Einspeisung trotz Speicherfüllung 10%. Die beste Empfehlung sind Lithium-Eisen-Sulfat (LiFeSo4) Akkus. Diese können auch eine längere Ladungszeit mit 100% ab und haben insgesamt die höchste Lebenserwartung.

Fazit: Solarstrom in Akkus zu packen, lohnt nur dann, wenn ein möglichst hoher Autarkiegrad erreicht werden soll und die Kosten dafür Nebensache sind. Bezahlt machen sie sich meistens nicht. Selbst durch Einspareffekte bei den Stromkosten, dauert es erheblich länger, bis sich die PV-Anlage mit Stromspeicher bezahlt macht. Bleibt nur zu hoffen, dass es für den eigenen Standort entsprechende Förderprogramme gibt, welche sich zu gewissen Prozentsatz an den Anschaffungskosten für einen Solarspeicher, beteiligen.

Notstromvarianten

Einige, oft höherpreisige Modelle bieten sogar eine Notstromversorgung. Fällt das öffentliche Netz aus, wird in Sekundenbruchteile auf den Akku umgeschaltet und das Hausnetz damit gespeist. Sofern die Solarmodule gerade Strom liefern, kann der Akku zugleich damit geladen werden. Allerdings habe ich die Feststellung gemacht, das gerade bei Pachtverträgen, die kostenintensiven Notstromvarianten beim Verpächter sehr ungern gesehen sind. Denn hier ist im Falle eines Stromausfalls, das Hausnetz mit allen 3 Phasen vom öffentlichen Netz zu trennen. Dies ist vor allem notwendig, um im Störungsfall Spannungsfreiheit zu gewährleisten um das Reparaturen Gefahrlos durchgeführt werden können. Es darf während eines Stromausfalls kein Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Diese Netztrennung und Aufbau eines Inselstromnetzes sorgt für erheblichen Aufwand. Dieser Aufwand verteuert entsprechende Wechselrichter und Speichersysteme erheblich. Für das Hauskraftwerk S10 von E3DC habe ich Preise zwischen 11.000 bis 15.000€ gefunden. Je nach Größe des mitgelieferten Lithiumakkus. Dieses Hauskraftwerk ist zudem nicht über den freien Markt erhältlich, sondern muss beim Installateur angefragt werden. Notstromvarianten gibt es häufig bei relativ günstigen, einphasigen Wechselrichtern und Speichersystemen. Hier gibt der Wechselrichter/das Speichersystem auf eine der 3 Pahsen im Falle des Stromausfalls Strom aus dem Akku/den Solarmodulen. Jedoch rate ich zu einem 3 phasigen System.

Wechselrichter mit 1 Phase oder mit 3 Phasen verwenden?

Denn Haushalte in denen nur eine einzige Phase verwendet wird, ist eher unüblich. Meist werden die im Haushalt genutzen Verbraucher auf alle 3 Phasen aufgeteilt. Würde ein Wechselrichter, oder Speichersystem nur auf einer Phase einspeisen, so kann es sein, dass der Wasserkocher mit Solarstrom versorgt wird, die Mikrowelle aber auf einer anderen Phase angeklemmt ist und noch nie Solarstrom abbekommen hat. Auch bei uns sind Wasserkocher, Toaster, Mikrowelle, Backofen und Herd gleichmäßig auf alle 3 Phasen aufgeteilt.

Zum anderem ist der Netzbetreiber sehr daran interessiert, dass Solarstrom gleichmäßig auf alle 3 Phasen verteilt, eingespeist wird. Werden große Mengen Solarstrom nur auf einer Phase eingespeist, kommt es zu Asymmetrien im öffentlichen Netz, was zu Störungen oder sogar Stromausfällen führen kann. Daher gibt es eine Vorschrift, welche besagt, dass Leistungen größer 4,6kW stets auf allen 3 Phasen gleichmäßig verteilt, einzuspeisen sind. Bringt die Solaranlage also mehr als 4,6kW Leistung, so wird ein 3-phasiger Wechselrichter notwendig.

Die 70% Regel

Um Überlastungen des Stromnetzes an sonnenscheinreichen Tagen vorzubeugen, gibt es seit dem 01.04.2012 die 70% Regel. Diese besagt, dass maximal 70% der installierten Solarleistung in das öffentliche Netz eingespeist werden darf. Alternativ kann ein, vom Netzbetreiber vertriebener Rundsteuerempfänger im Stromzählerschrank verbaut werden, welcher die Solaranlage bei Überkapazitäten vom Netz nimmt.

Hier bevorzuge ich jedoch eindeutig die dynamische 70% Regel. Denn diese besagt lediglich, dass maximal 70% der installierten Solarleistung ins Netz eingespeist werden darf. Wenn ich also 25 Module mit je 400W Leistungsabgabe installiert habe, ergibt dies 10kW. Davon darf ich maximal 7kW in das Netz einspeisen. Was ich mit den restlichen 3kW mache, wird allerdings nicht vorgeschrieben. Diese kann ich selbst verbrauchen, zum Laden des Akkus nutzen, oder aber, ich komme erst garnicht auf 70%. Wie das? Einfach durch eine entsprechende Modulausrichtung. Zum Beispiel bei einem Ost-West-Dach, bei welchem 50% der Solarmodule auf der Ostseite, die anderen 50% auf der Westseite des Daches installiert werden. Oder 2 Solarfelder mit verschiedener Modulneigung. Das eine Solarfeld ist auf dem Dach mit 40° Dachneigung installiert, dass zweite Solarfeld ist auf dem Carport mit 15° Neigung installiert. Eines von beiden Feldern liefert somit nicht die volle Leistung. Zur Sicherheit bieten auch die Wechselrichter Möglichkeiten die Leistungsabgabe ins öffentliche Netz auf 70% zu begrenzern. Der Wechselrichter den ich im Blick habe, der “Kostal Plenticore Plus” bietet sogar die Möglichkeit die Netzeinspeisung auf 0 zu setzen. Was aber nicht empfehlenswert ist, da dann die Einspeisevergütung weg fällt.

Hier gibt es weitere Infos zur 70% Regelung: “Die dynamische 70% Einstellung

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen, dass die Installation einer Solaranlage ein umfassendes und komplexes Thema ist. Es gibt sehr viele Faktoren zu beachten. Auch sollte man sich nicht auf einen einzigen Istallateur versteifen, sondern sich die Meinung mehrerer Installateure anhören.

In meinem Fall bin ich mit der Aussage des ersten Solateurs nicht so recht einverstanden. Solarmodule auf dem Dach und auf dem Carport klingt erst einmal ganz ok. Allerdings würde bei seiner Variante viel Dachfläche ungenutzt bleiben. Auch das Speicherangebot erscheint mir zu teuer. Schon auf der Homepage des Solateurs Nummer 2 habe ich ein 2000€ günstigeres Angebot gefunden, bei welchem zu diesem Preis sogar der Kostal Plenticore Wechselrichter schon mit bei ist. Auch die Finanzierung sollte gut überlegt sein. Ist der Vertrag erst unterschrieben, gibt es kein zurück mehr. War ich erst Freund des Pachtmodells, tendiere ich inzwischen zum Solarkredit der KFW.

Und letztlich sollte auch ein gewisses Interesse an der Technologie bestehen. Welche Standortvorraussetzungen habe ich (Dachausrichtung und Dachneigung, freie Dachfläche, Abschattungen durch Bäume und andere Hindernisse, …) Welche Hardware gibt es (Wechselrichter, Akkusysteme, Akkuladegeräte, Strommessgeräte mit Datenausgabe per App)? Wer kann mit wem zusammen arbeiten (Wechselrichter-Speicher-Kombination)? Welche Speichertypen gibt es (Blei-Säure oder Lithium-Ionen Akku, Hochvolt oder 48V-System)? Um nur mal einige Dinge zu nennen, mit denen man sich im Vorfeld schon mal beschäftigt haben sollte, bevor der erste Solateur vor der Tür steht. Andernfalls kann es zu Missverständnissen kommen und die vom Solateur installierte Anlage entspricht nicht den eigenen Wünschen.

Ich werde hier fleißig weiter berichten. Das Solarzeitalter hat bei mir gerade erst begonnen, bzw. befindet sich derzeit noch in der Planung.

Zum Abschluss noch eine gut dokumentierte, mehrteilige Videoserie, welche von der Planung, über dem Aufbau und Installation bis hin zur Bilanz einer PV-Anlage handelt:

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