meine PV-Anlage – die Planung

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Schon vor etlichen Jahren habe ich mir 2 kleine 14 Watt Solarmodule zugelegt und betreibe mit ihnen ein kleines 12V Inselsystem. Gewissermaßen also eine Mini-PV-Anlage 😉 . Daraus wird unter anderem der Empfänger für die Wetterstation gespeist. Dieser gibt die Sensordaten nicht nur an die Banana-Pi Wetterstation weiter, sondern speichert sie auch auf SD-Karte. Somit läuft die Datenaufzeichnung im Falle eines Stromausfalls weiter und es gibt keine Datenlücken. Zudem gibt es in der Wohnung verteilt, viele aus diesem 12V-System gespeiste LED-Lampen, welche Abends gern zur stimmungsvollen Raumbeleuchtung genutzt werden.

Die ersten Jahre hatte ich zudem noch einen Windgenerator auf dem Dach installiert. Allerdings hat dieser gerade beim Herunterbremsen, wenn zu viel WInd vorhanden und der Akku voll war, sehr viele Schwingungen an den Dachstuhl übertragen. Die Geräuschkulisse war im gesamten Haus zu hören. Außerdem lässt sich der Wind nicht abschalten, wenn der Akku voll ist. Sofern man das Windrad also nicht mechanisch blockiert, läuft das Windrad ständig an, wird vom Laderegler kurzgeschlossen, worauf es deutlich hörbar herunter bremst. Das geht solange, bis man das Windrad mechanisch blockiert. Denn sobald der Laderegler mangels Einspeiseleistung den Kurzschluss beendet, läuft das WIndrad auch gleich wieder an.

Und nicht zuletzt hatten wir immer bei stärkerem Wind und Sturm die Angst, das Windrad könnte sich lösen und ein Loch ins Dach schlagen. Daher fand es nach einigen, wenigen Jahren Nutzung, über eBay einen neuen Besitzer.

Das Winterloch

Somit blieben nur noch die 2 14W Module übrig, um das 12V System zu speisen. Im Sommer gibt es Stromüberschuss ohne Ende, im Winter muss das Ladegerät nach helfen. Gerade die vielen trüben Tage im Januar sorgten immer wieder für einen “Stromausfall” des 12V Systems. Durch die vielen hochneblig trüben Tage, wurde durch den Sensorempfänger und LED-Leuchten mehr Strom verbraucht, als über die Solarmodule rein kam. Daher muss gerade im Winter immer wieder mal das Ladegerät ran.

Wie kam es zur Idee der eigenen Photovoltaikanlage?

Hier fließen mehrere Überlegungen ein:

  • Die Sicherheit, regenerative Energiequellen zu nutzen und damit CO2 einzusparen
  • weitgehende Unabhängigkeit vom Stromanbieter
  • deutliche Ersparnisse auf der Stromrechnung

Der hauptsächlich treibende Gedanke war die Stromkosteneinsparung. Die Ersparnisse sowie die Einspeisevergütung sollen die Kreditkosten weitestgehend decken. Entsprechend war von Anfang an, der Wunsch eines Energiespeichers mit dabei. Auch die ganze Klima- und CO2 Debatte in den Medien war nicht ganz unschuldig am Wunsch der eigenen PV-Anlage. Schließlich habe ich damit ein relaiv großen Hebel in der Hand, mit dem ich selbst viel zur CO2 Reduktion und Klimaschutz beitragen kann.

Hier ist das eigene Haus natürlich ein sehr großer Vorteil. Bewohner von Mietwohnungen haben meist nur die Möglichkeit durch Anbieterwechsel und einem entsprechenden Ökotarif etwas für den Klimaschutz zu tun. Auch gibt es inzwischen Solarmodule mit rückseitig angebrachten Mini-Wechselrichter. Somit ist eine direkte Einspeisung des Solarstroms in das Stromnetz der Mietwohnung möglich. Allerdings würde ich hier sowohl den Vermieter, als auch den Netzbereiber zuvor darüber informieren. Hier ein Video, vom mehrjährigen Test eines solchen Balkonmoduls:

Weitere Infos zum Thema Baolkon-Solarmodul gibt es hier: Solarmodule für die Steckdose – Einstöpseln und Sparen!

Die Planung

In dieser Phase befinde ich mich aktuell. Zuerst war ich vom Miet/Pachtmodell sehr angetan. Unser lokaler Energieversorger hat ein eigenes Pachtmodell im Angebot. Der Vorteil: sämtliche Planungs- und Installationskosten übernimmt der Verpächter. Auch spätere Wartungen und Reperaturen sind kostenfrei. Dafür zahlt man lediglich eine monatliche Pachtrate.

Also habe ich den PV-Rechner auf der Homepage unseres lokalen Stromanbieters ausgefüllt und abgeschickt. Am nächsten Werktag erhielt ich einen Anruf und die weiteren Details wurden besprochen. Was mir hier von Anfang an aufstieß, war die Aussage, dass Stromspeicher ansich für gut befunden werden, diese aber bitte aus eigener Tasche zu bezahlen sind. Also fallen doch spürbare Investitionskosten an.

Wenige Tage später meldete sich auch schon der Solateur (der Fachbetrieb, welcher die Planung und Installation der PV-Anlage ausführt) und wir vereinbarten einen Besichtigungs- und Vermessungstermin. Auf Grund der Bauweise unseres Hauses, welches einen Anbau besitzt, ist die Dachgeometrie alles andere als ideal. Zudem befinden sich Dachfenster, Schornsteinfegerausstieg, Schornsteinfegertritte und der Schornstein selbst auf dem Süddach. Da bleibt nicht viel Spielraum, für Solarmodule. Zum Glück haben wir ein stabiles Carport, auf welchem sich auch noch Module unterbringen lassen. Zusammen ließe sich laut dem Solateur eine Photovoltaikleistung von 5,2kWp realisieren. Entsprechend dem Wunsch des Energieversorgers, vereinbarte ich einen speraten Speicherkauf und erhielt hierfür einige Tage später ein Angebot. Als ich dieses sah, wurde mir schon etwas anders. Alleine der 6,4kW-Speicher kratzt knapp an der 10.000€-Marke. Bei meinen weiteren Telefonaten mit dem Solateur, erfuhr ich von seiner Gebundenheit an, vom Verpächter vorgegebene Hersteller.

Wirklich Pachtmodell oder doch lieber Kredit?

Durch diese Beschränkungen bei der Anlagengestaltung kam ich ins Grübeln, ob das Pachtmodell wirklich die optimale Wahl ist. Ich recherchierte viel über spezielle Solarkredite und las viel über den Solarkredit der KFW-Bank. Diese ist eine staatliche Bank und fördert durch besonders geringe Zinssätze energetische Umbau- und Renovierungsmaßnahmen. Ein entsprechender Kredit der KFW-Bank ist über die eigene Hausbank anzufragen und über die Hausbank erfolgt auch alles weitere. Inklusive Auszahlung des Kreditbetrags.

Wenn ich schon mein Dach mit Solartechnik fülle, kann auch der Sonnenkollektor zur Warmwasserbereitung zeitgleich mitinstalliert werden. Entsprechend habe ich derzeit eine Anfrage an die KFW-Bank zu laufen, ob über den Photovoltaikkredit auch die Mitfinanzierung einer Solarthermieanlage möglich ist.

In den nächsten Tagen wird auch Solateur Nummer 2 sich hier einfinden und seine Meinung zur Realisierung einer PV-Anlage abgeben. Auf seiner Homepage habe ich auch bereits ein Angebot von Wechselrichter + 6,4kW Speicher entdeckt. Dieses ist runde 3000€ günstiger, als der Speicher allein, bei Solateur 1. Ich hoffe, dass Solateur 2 noch ein paar Module mehr auf unserem Dach unterbringen kann. Denn je höher die Solarausbeute, desto eher habe ich auch an trüben Wintertagen noch etwas Strom für den Eigenverbrauch. Im Sommer würde dann relativ viel Strom ins Netz gehen, welcher durch die Einspeisevergütung auch nochmal einiges an Geld einspielt.

Soweit der Stand der Dinge. Ich werde natürlich weiter berichten.

Weitere Informationen rund ums Thema “Finanzierung und Planung einer PV-Anlage” habe ich hier zusammen gefasst: Mit Photovoltaik zum Selbstversorger.

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