Insektensterben durch intensive Landwirtschaft

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Hallo und herzlich willkommen hier auf meinem Blog. Sieht es bei Euch auch so aus, wie bei uns?

Feld an Feld, alles was blüht sind Obstbäume und der Raps. Wild wachsende Blumen, welche Wildbienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen könnten, Fehlanzeige. Die Folge ist ein großes Insektensterben. So sieht es hier leider überall aus. Abgesehen von den angebauten Nutzpflanzen, wächst nichts, was nicht wachsen soll.

In der letzten Zeit habe ich immer wieder Artikel über das Artensterben durch intensive Landwirtschaft gelesen. Und wenn ich das so sehe, verwundert es mich nicht, dass auch die Vogelvielfalt gerade in den letzten Jahren und dem letzten Jahrzehnt drastisch gesunken ist. Denn sehr viele Vogelarten haben Insekten als Hauptnahrungsgrundlage. Da die Insekten aber kaum noch etwas zu futtern finden, werden sie immer weniger.

Spezialisiertes Fressverhalten – Ich fresse nur, was mir schmeckt

Viele Insekten haben sich im Laufe der Evolution auf bestimmte Blumen- und Pflanzenarten spezialisiert. Finden sie diese nicht mehr, verhungern sie und bringen weniger Nachwuchs zur Welt. Ebenso sieht es bei den Vögeln aus. Auch diese haben sich auf bestimmte Insektenarten festgelegt. Auch hier geht bedingt durch den geringen Insektenbestand die Nachwuchsrate immer weiter in den Keller.

Wer im Winter die Vögel am Futterhäuschen beobachtet, dürfte die Veränderungen im Vogelbestand schon längst bemerkt haben. War vor Jahren noch ein bunter Vogelmix am Futterhaus zu beobachten, so sind inzwischen nur noch ein paar wenige Vogelarten zu beobachten. Vorrangig Spatzen und Meisen, Rotkehlchen sind bereits eher selten zu finden.

Im Sommer hatten wir dieses Jahr recht viel Besuch von Staren, welche auch unseren Nistkasten angenommen und darin gebrütet haben. Stolze 2 mal haben sie dieses Jahr Nachwuchs gehabt.

Weiterhin waren diesen Sommer auch Schwalben zu beobachten. Alles in allem, sind hier auf dem Land aber vorrangig nur noch die anpassungsfähigen Vogelarten zu finden. Und selbst diese haben mit der Nahrungsknappheit zu kämpfen.

Daher empfielt nicht nur der Naturschutzbund den Gärtnern und Grundtsücksbesitzern, einen Teil des Gartens/Grundstücks in eine bunte Blumenwiese zu verwandeln. Mit möglichst großer Pflanzenvielfalt, so dass für viele verschiedene Insektenarten etwas dabei ist.

In unserem Garten hatten wir dieses und auch die letzten Jahre ein derartige Blumenwiese. Neben Erdbienen und verschiedenen Hummelarten, wurden die Blumen auch von Schmetterlingen besucht.

Leider begegnet man diesen Insekten im heimischen Garten inzwischen viel häufiger, als bei Spaziergängen.

Den Vögeln kann man hingegen etwas Gutes tun, wenn man gerade im Sommer Meisenknödel raus hängt. Denn jetzt haben die Vögel alle Flügel voll zu tun, ausreichend Futter für den Nachwuchs heran zu beschaffen. Die Devise “Im Sommer finden sie genug Futter, da müssen sie nicht gefüttert werden” gilt leider nicht mehr. Ganz im Gegenteil, im Winter ist der Futterbedarf deutlich geringer, da sie hier nur irgendwo, vor Wind und Kälte geschützt, ausharren bis der Winter zu Ende geht. Wer sich viel bewegt, verbraucht viel Energie und muss diese durch die Nahrung wieder zu sich nehmen. Das gilt beim Menschen wie bei den Tieren.

Gestank vom Feld

Auch beobachte ich es immer wieder wie die Traktoren große Tankwagen hinter sich übers Feld ziehen, aus welchem eine braune Brühe sprüht (Sieht immer überaus appetitlich aus. Als wenn da der Inhalt eines Dixiklos aufs Feld käme…). Da wird wieder Gülle aufs Feld ausgebracht. Nicht nur das damit das Durchlüften an heißen Sommertagen falch fällt (Wer will schon Güllegestank Nachts im Schlafzimmer haben?), auch die Wasserfilterstationen haben immer mehr Probleme damit, den hohen Nitratgehalt aus dem Grundwasser zu filtern. Daher steigen die Wasserpreise auch deswegen immer weiter.

Alles in allem, sehe ich hier im Hohenwalder Umfeld leider eine stark Profitoptimierte Landwirtschaft, wo das Feld bis zum letzten Zentimeter ausgenutzt und Wildpflanzen keinerlei Platz gegönnt wird. Glücklicher Weise ist aus den Medien immer öfter zu vernehmen, dass die Politik dort nun einschreiten will. Sogar bis hoch in die europäische Ebene.

was pflanzliche Fleischimitate mit der Landwirtschaft zu tun haben

Und ich begrüße die neuen vegetarischen Fleischimitate, die es als Bratlinge inzwischen im LIDL-Sortiment gibt. Sie schmecken wie Fleisch und sehen auch so aus, sind aber aus pflanzlichen Proteinen hergestellt und enthalten keinerlei tierische Erzeugnisse,

Der Hintergrund ist eine einfache Überlegung: Wie viel Weideland braucht eine Kuh und wie viel Pflanzenmaterial hat sie gefressen, bis sie als Steak im Kühlregal landet? Wie viel Methan hat sie bis dahin in die Atmosphäre entlassen? Ich habe da jetzt nicht genau recherchiert, aber man kann sich gut vorstellen, dass es eine ganze Weile dauert, bis eine Kuh “schlachtreif” ist. Von dem gleichen Pflanzenmaterial könnte man selbst eine ganze Weile lang täglich satt werden.

Daher sehe ich Fleisch inzwischen als eine Art Luxusgut an, welches zwar günstig zu bekommen ist, uns aber einen großen ökologischen Fußabdruck beschert. Entsprechend sind Fleisch und Wurstwaren zu Mangelware auf unserem Speiseplan geworden und es gibt deutlich mehr Obst, Gemüse und Salat. Mehr dazu, im Beitrag Erfolgreich abnehmen mit 16:8 Intervalfasten. Positiver Nebeneffekt: Man tut der eigenen Gesundheit damit einen großen Gefallen.

Nun denn, wenn Ihr wieder unterwegs seid, achtet einfach mal darauf, wie die Landschaft bei Euch aussieht. Ich wette, auch bei Euch findet sich zwischen den Feldern kein Stück Naturwiese, wo noch wilde Blumen und Pflanzen wachsen dürfen, wie sie es möchten. Hoffen wir, dass sich das in Zukunft zum Wohle der Artenvielfalt ändert.

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