Fasten – ein Erfahrungsbericht

Update 16.04.2020

Inzwischen betreibe ich das Intervallfasten seit mehr als einer Woche. Und die Effekte sind deutlich. Im Winter, mit normaler Ernährung habe ich kaum Liegestütze geschafft. Gestern waren es satte 20. So viel, wie noch nie zuvor. Auch Rad fahren machte gestern trotz 25-30km/h Wind Spaß. Als ich ihn von vorn hatte, konzentrierte ich mich voll und ganz auf meine Atmung. Jegliche andere Gedanken waren tabu, um die Atmung nich zu stören. Es war anstrengend, aber trotz des satten Gegenwinds habe ich sogar eine längere Steigung von etwa 6% geschafft.

Gewichtsmäßig geht es etwa 300g/Tag abwärts. Und das merke ich. Alte Hosen, die nur noch im Schrank lagen, passen langsam wieder und werden entsprechend auch getragen. Hunger und Appetit verspüre außerhalb meiner Essenszeit kaum noch. Ganz im Gegenteil. Absoluter Süßkram wie Schokolade ist mir inzwischen viel zu süß und ich mag sie nicht sehen.

Man ist den ganzen Tag über munter, hat Kraft, kann sich konzentrieren und der Tatendrang ist wieder deutlich angestiegen. Viele Dinge, die vorher anstrengend waren, machen wieder Spaß. Morgens springe ich aus dem Bett, abends bin ich müde und schlafe zügig ein. Genau so soll es sein.

Es kann Einbildung sein, aber das Hautbild wirkt auch wieder reiner, sauberer. Vor allem sind die ganzen Pickel und Mitesser verschwunden, die ich sonst eigentlich so ziemlich überall hatte. Die viele Kraft und Energie die ich jetzt habe, wird für Gymnastik und Sport genutzt. Auch hier zeigen sich bereits erste Resultate, wie die oben angesprochenen, nie zuvor geschafften 20 Liegestütze.

Alles in allem, bin ich mit den Resultaten mehr als zufrieden. Entsprechend bin ich sehr ambitioniert, die neuen Essenszeiten und den neuen Tagesablauf bei zu behalten und Zuckerreichen Lebensmitteln aus dem Weg zu gehen. Denn ich denke, dass es gerade der Fehlende Zucker in Zusammenarbeit mit den täglichen ketogenen Phasen ist, welche zu diesen tollen Ergebnissen führen.


Hallo allerseits. Ich habe schon letztes Jahr mit dem Fasten angefangen. Leider verliert es sich im Laufe der Zeit immer wieder und ich falle in meine alten Gewohnheiten zurück. Aber jetzt ist es wieder soweit. Seit knapp einer Woche bin ich wieder am Fasten. Und ich muss sagen, es fühlt sich bestens an. Gut, ein leerer Magen ist die ersten Tage etwas gewöhnungsbedürftig. Aber man bekommt ungeahnte Energie. Um es mal mit einem Auto zu vergleichen: Bei normaler Ernährung ist das Auto voll beladen. Es beschleunigt sehr langsam, ist träge und das Fahren macht kaum Spaß. Bei Ernährung im 16:8 Muster, ist das Auto plötzlich leer. Es schießt an der grünen Ampel allen anderen Autos davon, ist flink und wendig, das Fahren macht riesen Spaß.

Der Speiseplan

Mein Speiseplan enthält derzeit nur geringe Mengen an Fleisch vom Schwein/Rind, Brotwaren oder Süßkram. Sofern möglich, meide ich es. Morgens gibt es nichts. Mittags hauptsächlich Suppen. Wenn die Familie andere Dinge wünscht dann sind auch mal Speisen wie Eierkuchen, Milchreis oder Fleischgerichte drin. Hier allerdings in Maßen. Denn am frühen Nachmittag gibt es noch Salat und Milchkaffee (Kaffee schwarz ist mir zu bitter. entweder Milchkaffee, oder kein Kaffee).

kurz zusammengefasst:

  • Morgens: kein Essen. Keine Stulle, kein Brötchen, kein Müsli oder sonst was. Auch kein Kaffee. Statt dessen leckerer Tee.
  • Mittags: Normales Essen. Hier ist alles erlaubt, was auf den Tisch kommt. Allerdings in Maßen, sonst ist der Abnehmeffekt dahin. Dazu noch eine Tasse Milchkaffee. Ohne den, gehts irgendwie nicht. Bin wohl Kaffeesüchtig 😉
  • früher Nachmittag: noch eine Portion Salat, sowie eine letzte Tasse Milchkaffee.
  • Nachmittags und Abends: kein Essen mehr. Als Trinken nur noch Tee und Wasser
  • und auch wichtig: Bewegung. Es muss kein Sport sein, aber ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren fördern die Fettverbrennung und bringen einen schneller in den Fettverbrennungsmodus.

der Salat:

Dieser besteht hauptsächlich aus Obst und Gemüse aus dem Supermarkt. Dazu kommen Fisch, Tütensalat, etwas Leinöl und Salatdressing. Im Detail:

  • Apfel ist stets dabei
  • Kiwi, wegen ihrer vielen Vitamine
  • Heidelbeeren, sofern im Supermarkt erhältlich
  • auch gern mal Möhren, Birnen, Gurke, oder was der Supermarkt sonst noch zu bieten hat
  • frischer Salat aus der Tüte
  • Matjesfilets in kleine Stückchen geschnitten
  • Leinöl (schmeckt lecker)
  • und Salatdressing (möglichst Fettarm)
Bild eines Obst-und-Gemüsekorbs fürs Fasten

Beim Tüten-Salat habe ich die Erfahrung gemacht, dass er oft viel Kondenswasser enthält. Dieser ist dann schnell zu verbrauchen, da das Kondenswasser die Fäulnis begünstigt und zum raschen Verderben des Salats führt. Auch der Blick aufs Verfallsdatum und in die Tüte ist stets empfehlenswert. Oftmals liegt der Salat schon 2-3 Tage in der Kühltheke und sieht matschig und braun aus. Dieser Salat ist dann nicht mehr empfehlenswert, da er zu dünnem Stuhlgang führen kann.

die Schattenseiten des Fastens

Dieses Ernährungskonzept ist wahrlich nicht ganz einfach. Man benötigt einen starken Willen und viel Durchhaltevermögen. Gerade in den ersten Tagen, hat man viel mit Hunger, Magengrummeln und ständigen Versuchungen zu kämpfen. Wenn die Familie Frühstück und Abendbrot zu sich nimmt, ist es oft schwer zu wiederstehen. Man sieht all die leckeren Dinge auf dem Tisch, die frischen Brötchen vom Bäcker und würde sich am liebsten dazu gesellen. Daher habe ich mir nun genau zu dieser Zeit eine abendliche Radtour angewöhnt. Und auch am Abend wird es schwer, wenn man nicht permanent beschäftigt ist. Werbesender sind daher alles andere als empfehlenswert. In den Werbepausen ist die Versuchung groß, noch mal kurz in die Küche zu gehen und sich etwas leckeres zu machen. Daher schaue ich nun vermehrt alte Serien, die noch irgendwo auf Festplatte oder DVD liegen, oder bei Streamingdiensten abrufbar sind. Hier gibt es keine Werbung und entsprechend fällt es deutlich leichter den Abend ohne Kühlschrankbesuche zu überstehen.

die Sonnenseiten des Fastens

Diese Ernährungsweise hat allerdings auch viele Vorteile, welche meiner Ansicht nach, all die Mühen wert sind.

  • man hat viel Energie, springt morgens aus dem Bett und es gibt kaum noch Leistungslöcher im Tagesverlauf
  • Konzentration und Leistungsfähigkeit sind deutlich gesteigert
  • der Körper kommt endlich mal zum Aufräumen und verwertet alte, inaktive Zellen, die sonst zu Krebs mutieren könnten und für vorzeitiges Altern sorgen
  • durch die verringerte Nahrungsaufnahme und die lange Zeit des Nichts-essens kommt der Körper dazu, auf Fettverbrennung umzuschalten und die ungeliebten Fettpolster schwinden allmählich
  • Durch die Meidung von Brot und Fleischwaren, werden kaum noch entzündungsfördernde Stoffe aufgenommen. Das hat Auswirkung auf Pickel und Mitesser, welche deutliche abnehmen
  • Man fühlt sich nicht nur jünger und lebendiger, das Hautbild verändert sich auch in diese Richtung.

Zusätzlich kann man noch auf eine basische Ernährung umstellen, um all die Säuren zu neutralisieren, die sich in Form von Fettsäuren und anderen Säurearten im Laufe der Jahre im Körper angesammelt haben. Dies hat noch eine zusätzliche, regenerative Wirkung und verstärkt den verjüngenden- und energiebringenden-Effekt.

Fazit

Alles in allem ist es nicht ganz leicht, den Großtteil des Tages auf Essen zu verzichten, wenn um einen herum jederzeit die Möglichkeit zum Essen besteht, Aber es lohnt sich. Die sich nach nur 1-2 Tagen fasten, einstellenden Effekte haben eine sehr motivierende Wirkung. Seit dem ich es wieder mache, stecke ich voller Energie und Tatendrang. Wenn ich etwas mache, dann mit viel Schwung und Konzentration. Sport geht wieder mit Leichtigkeit. Die Zeiten davor waren wie Auto fahren mit angezogener Handbremse. Ständig müde, unkonzentriert, unmotiviert und ich hatte zu nichts so wirklich Lust. Sport fiel mir schwer und ich hatte entsprechend schnell keine Meinung mehr dazu.

Wenn die Coronabedingte berufliche Auszeit vorrüber ist, werde ich den Speiseplan umstellen müssen. Dann gibt es von Morgens bis nach der Arbeit nichts zu essen. Erst wenn ich Nachmittags von der Arbeit zurück bin, gibt es Mittag+Salat und Kaffee und danach ist auch schon wieder Schluss mit futtern. Der Sommer naht schließlich in großen Schritten und bis dahin will ich eine strandtaugliche Figur erreichen 😀 .