Die U(h)rzeiternährung

Hallo Allerseits. Es ist wieder soweit. Die üppige Weihnachtszeit steht kurz bevor. Schon in der Vorweihnachtszeit gab es Plätzchen und viele andere Leckereien und haben dem einen oder anderem die Strandfigur wieder vermasselt.

Daher bin ich jetzt wieder dabei mich näher mit gesunden Ernährungsweisen zu beschäftigen. Bei meiner Recherche bin ich auf ein Youtube-Video gestoßen, welches zunächst interessant klang. Aber mit knapp 60 Minuten Spieldauer war es mir zu lang und ich sprang immer wieder einige Stücke vor. Dabei fiel auf, dass ein Nahrungsergänzungsmittel beworben wurde. Für sowas bin ich nicht wirklich zu haben. Die Theorie hingegen, klang plausibel.

Die Theorie besagte, dass die Inhaltsstoffe gerade von Backwaren dem Verdauungsapperat zusetzen und ihn durchlässig für Giftstoffe machen. Entsprechend solle die Umstellung auf eine weitgehend Backwarenfreie Ernährung viele Krankheiten und “Alterserscheinungen” verschwinden lassen. Zudem soll diese Enährungsweise auch das Körpergewicht auf optimale Werte absacken lassen.

Die neue Ernährungsweise

Im unserem Sommerurlaub hatte ich diese Ernährungsweise zusammen mit Intervallfasten bereits ausprobiert und verlor binnen einer Woche 3kg. Während des gesamten Sommers, kamen sogar 10kg Gewichtsverlust zusammen. Der Essplan sah so aus, dass es morgens nichts gab. Das erste Essen des Tages war das Mittag. Nachmittags dann noch mal ein Obst-Salat-Mix und das wars dann auch schon. Zudem hatte ich auf meine knapp 3 Liter Wasser am Tag geachtet. Was mir in dieser einen Woche auch sehr geholfen hatte, war die viele Bewegung. Wir haben mehrmals am Tag von unserer Ferienwohnung aus, einen Spaziergang an den Strand gemacht. Schätzungsweise 1,5km je Richtung. Insgesamt also runde 6-7km, oder gar mehr, am Tag.

Aber es war nicht ganz leicht dieses Ernährungskonzept durchzuhalten. Denn wenn wir Einkaufen waren, wurden auch stets Brötchen und des öfteren auch Süßigkeiten gekauft. Da fällt es schwer, dem zu wiederstehen. Hat man dann doch mal zu gelangt, plagt einem das schlechte Gewissen bzw. die Wut darüber, nachgegeben zu haben. Sinnvoll ist es, sich auch mal etwas (in Maßen) zu genehmigen. Dann kann man bei solchen Verlockungen ohne schlechten Gewissens zugreifen. Schön ist es natürlich, wenn die ganze Familie beim neuen Essenskonzept mitzieht. Dann kommen solche Gewissenskonflikte erst garnicht auf.

Das Resultat

Als Resultat war ich deutlich ausgeglichener, hatte mehr Energie und war den ganzen Tag über wach, munter und konzentriert. Meine üblichen Wehwehchen wie ständige Müdigkeit und Unkonzentriertheit waren weg.

Im Sommer fiel es mir nicht schwer, diese Ernährungsweise aufrecht zu halten. Aber es wurde langsam Herbst, deutlich kühler und der Appetit auf ständig nur Obst, Gemüse und Salat war mit der Zeit verschwunden. Es hielten wieder die abendlichen Brötchen Einzug und mit ihnen die bekannten Wehwehchen. Aber Abends hatte ich einfach Apetit auf Brötchen. Der Bauch war schon voll. Ich hatte richtiges Völlegefühl. Aber weil das Frühstücksfleisch aus der Dose so lecker auf dem Roggenvollkornbrötchen schmeckt, machte ich mir eben noch ein Brötchen.

Es dauerte nicht lange und ich war zurück bei meinem alten Gewicht. Durch die schmackhaften Belege für Brot und Brötchen ass ich wieder mehr, als mein Körper verlangte. In der Adventszeit werden auch immer wieder Plätzchen gebacken und dekorativ in der Wohnung verteilt. Somit laden sie zum zugreifen, beim jedem Vorbeigehen, ein. Die ungesunde Ernährung hatte mich wieder.

Hunger oder Appetit?

Was ich im Sommer gelernt hatte, geriet wieder in Vergessenheit. Denn im Sommer hatte ich gelernt, nur dann zu essen, wenn mein Bauch auch wirklich unmissverständlich Nahrung angefordert hatte. Inzwischen bin ich wieder dazu übergegangen aus Appetit zu essen. Wann immer mir etwas schmackhaftes vor die Nase kommt, greife ich zu.

Was hatte dazu geführt?

Es war kurz gesagt, lange Weile. Im Sommerurlaub waren wir viel draußen unterwegs und gingen auch zeitig zu Bett. Jetzt aber, insbesondere seit der Zeitumstellung auf Winterzeit, sitzen wir abends noch viel und lange vor dem Fernseher und Computer. Werbepausen werden zum Naschen und um sich noch “ein letztes” Brötchen zu machen.

Daher ist der Magen Nachts mit der Verdauung beschäftigt und benötigt dafür viel Zeit. Zeit, die anderen, regenerativen Körperfunktionen fehlt. Zudem wird die aus der Nahrung gewonnene Energie nicht benötigt und geht in die Fettpolster. Entsprechend unruhig und wenig erholsam fällt der Schlaf aus. Man wird morgens wach und statt voller Tatendrang und Energie zu stecken, fühlt man sich, als wäre man eben erst zu Bett gegangen. Auch die Infektanfälligkeit und die Wahrscheinlichkeit für Hautkrankheiten, Gelenkbeschwerden und anderen vermeintlichen “Alterserscheinungen” ist deutlich erhöht .

Also zurück zur gesunden Ernährung

Da nun Weihnachten und die Festtage kurz vor der Tür stehen und ich diese genießen will, statt sie mit Wehwehchen zu verbringen, habe ich nun meine Ernährung wieder auf die Sommervariante umgestellt. Auch weiß ich jetzt schon, dass bei all den anstehenden Festtagsessen, sich die Waage wieder sehr freuen wird. Bei den Festtagsessen wird entsprechend viel Zurückhaltung angesagt sein. Besonders beim Kuchen. Aber auch bei sonstigen Backwaren werde ich mich zurück halten.

mein Obstslalat

Mein Obstsalat, den ich mir gerade Abends gern zubereite besteht aus Apfel, Birne, Kiwi, Heringsfilet und Salat aus der Tüte. Oben drauf gibt es noch Chiasamen, Leinsamenschrot, etwas Leinöl und letztlich die Light-Variante des Salatdressings, welches im Supermarkt gleich bei den Salattüten zu finden ist. Gerade die Obstkomponente variert stets etwas. Immer in Abhängigkeit von saisonbedingt erhältlichen Obst- und Gemüsesorten. Im Sommer finden statt Apfel und Birne auch gern Tomaten, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren den Weg in den Salat.

Zudem trinke ich zum Salat noch reichlich. Denn wenn nach dem Salat noch großen Mengen Wasser ihren Weg in den Bauch finden, ist schnell ein deftiges Völle- und Sättigungsgefühl erreicht. Dem Wunsch nach weiterem Essen wird damit wirkungsvoll entgegengewirkt.

Warum der Titel U(h)rzeiternährung?

Weil die beste Art der Ernährung die ist, welche unsere Vorfahren vor 10.000 und mehr Jahren betrieben haben. Diese sind natürlich auch jeden Tag in den Supermarkt gegangen und haben sich den Einkaufswagen mit allerlei Fertiggerichten, Fastfood und Backwaren voll gepackt. Auch hatten auch sie schon damals jederzeit Essen im Kühlschrank und konnten entsprechend zu jeder Tages- und Nachtzeit ihren Hunger/Appetit stillen. Oder etwa nicht?

Natürlich nicht. Sie mögen bereits das Feuer entdeckt haben und konnten damit Speisen garen und somit für kurze Zeit haltbar machen. Dennoch sind auch diese Speisen relativ schnell verdorben. Zudem konnte nur das gegessen werden, was die Natur ihnen bot und auch nur dann, wenn es zur Verfügung stand. Entsprechend gab es gerade im Winter lange Zeiten des Verzichts. Unere Vorfahren kannten knurrende Mägen und das Hungergefühl nur zu gut, da sie ihre ständigen Begleiter waren. Sie konnten nur essen, wenn die Jäger Tiere erlegt, oder die Frauen Pilze, Früchte oder Pflanzen in ihrer Umgebung gefunden und gesammelt hatten.

Durch diese langen Essenspausen hatte der Körper viel Zeit für Reperaturmechanismen und Reinigungsvorgänge. So wurden abgestorbene Zellen zur Energiegewinnung verwendet und auch die Fettdepots wurden regelmäßig aufgebraucht.

In der heutigen Zeit, des ständig verfügbaren Essens, kommt der Körper erst garnicht mehr zu diesen Reperatur- und Reinigungsmechanismen. Regelmäßige Essenszeiten und zahlreiche Zwischenmahlzeiten sowie Snacks sorgen dafür, dass der Verdauungsapperat nahezu rund um die Uhr zu tun hat. Und wir essen mehr, als der Körper benötigt. Durch den hohen Energiegehalt unserer heutigen Nahrung und der wenigen Bewegung, landet sehr viel der aufgenommenen Energie in Form von Fett auf den Hüften.

Wie würde ich als Urzeitbewohner essen?

Wer sich gesund ernähren möchte, sollte sich genau diese Frage stellen. Was hätte ich als Urzeitbewohner in Mitteleuropa überhaupt an Essen zur Verfügung und wie oft könnte ich wie üppig essen? Der Vergleich mit unseren heutigen Essensgewohnheiten würde zeigen, wie viele damals unbekannte Erzeugnisse wir heute zu uns nehmen und das wir vergleichsweise sehr viel essen.

Dem Urzeitbewohner standen geringe Menge durch garen, haltbargemachten Fleisches zur Verfügung, sowie Früchte, Pilze und Pflanzen, welche die Natur ihm in seiner Umgebung bot. Somit waren Sommer und Herbst die Zeiten in denen er sich seine Fettpolster zulegte, welche im Winter schnell schmolzen. Ließ das Frühjahr auf sich warten, waren entsprechend auch lange Fastenzeiten angesagt.

Irgendwo bei Spiegel, Spektrum, Wissenschaft.de oder sonstwo hatte ich vor einigen Monaten einen Artikel gelesen, in dem es um ein Volk ging, bei welchem erst jetzt die moderne Zivilisaion Einzug gehalten hat. Diese legten sich über das Jahr hinweg Wintervorräte an und solange wie diese reichten, hatten sie auch zu essen. Gerade wenn der Frühling auf sich warten ließ, waren auch längere Festenzeiten die Folge. Die Leute erfreuten sich bester Gesundheit. Diabetes, Bluthochdruck, Kreislaufkrankheiten und andere Zivilisationskrankheiten kannten sie nicht. Doch dann hielt unsere moderne Lebensweise bei ihnen Einzug und damit auch die uns nur zu gut bekannten Krankheiten.

Leider finde ich den Artikel nicht mehr. Wenn ich bei google fasten eingebe, werde ich überschüttet mit Artikeln wie gesund das Fasten ist und warum es am besten jeder machen sollte (z.B: Fasten ist mehr als nichts essen oder Fasten: Was im Körper nach 1, 14 und 40 Tagen passiert oder Abends keine Kohlenhydrate mehr: Das bringt der Verzicht. Auch Videos gibt es reichlich: Fasten: Steckt mehr dahinter? | Faszination Wissen | Doku | BR oder Experte erklärt: Warum Sie am Abend kein Brot mehr essen). Das will ich auch nicht bestreiten, aber den Artikel, den ich suche, finde ich dadurch nicht mehr.

In diesem Sinne, kommt gut durch die Feiertagszeit und ins neue Jahr und denkt an Eure Gesundheit. Nur Ihr könnt sie positiv beeinflussen.

Nachtrag 19.12.2019:

Heute habe ich es mal wieder richtig gemerkt, wie sehr Kohlenhydrate einen runter ziehen. Morgens wie üblich ohne Frühstück los zur Arbeit. Bis zum Mittag war ich top drauf, konzentriert und voller Energie. Allerdings gab es dann zur Mittagszeit kleine Weihnachtspräsente von welchen ich probiert habe. Nachmittags war dann vorbei mit gut drauf und Energie ohne Ende. Der Zucker und die Kohlenhydrate zeigten ihre Wirkung. Schon heftig wie negativ sich Kohlenhydrate auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit auswirken. Nachmittags musste ich mich zudem sehr zusammen reißen, nicht noch mehr Süßkram zu futtern. Der Heißhunger auf Süßzeug ließ grüßen.