Auswertung des Sommer 2019

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Heute ist meteorlogischer Herbstanfang. Davon merkt man bei Tageshöchstwerten von 34,6°C zwar nicht viel, dennoch gibt es hier einen Rückblick auf die letzten 3 Monate. Verwendung finden die Diagramme und meterologischen Daten der privaten Wetterstation Hohenwalde. Als Referenzperiode für Temperatur- Niederschlag- und Sonnenscheindauerabweichung dienen die 30 jährigen Mittelwerte der DWD-Station Lindenberg des Zeitraums 1981 bis 2010.

Zu aller Erst ein Blick auf die Stationsdiagramme aller 3 Monate:

der Juni

Der Juni war mit einer Höchsttemperatur von 38,5°C am 26.06.2019 und einer Durchschnittstemperatur von 23,2°C sowie einem Monatsmittel von +6,7K sehr heiß. Im Diagramm erkennt man sehr schön, dass nach vielen Tagen deutlich über 30°C jeweils eine kurze Abkühlung mit Höchstwerten in den hohen zwanzigern folgte. Zudem war er sehr trocken und Sonnenscheinreich. Wenn es mal Niederschlag gab, dann waren es Schauer und Gewitter. Diese regneten sich innerhalb kürzester Zeit ab und der Regen hatte auf dem ausgetrockneten Boden keine Möglichkeit zum versickern.

der Juli

Der Juli sah da deutlich anders aus. Auch hier gab es kurze Hitzewellen und mit 34,8°C erreichte der 25.07.2019 den Spitzenwert des Monats. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,2°C und einer Abweichung von +1,2K, fiel er gegenüber dem Juni geradezu kühl aus. Auch der Niederschlag kann sich sehen lassen und überschritt geringfügig das langjährige Mittel. Dieser resultierte ebenfalls aus kräftigen Schauern und Gewittern. Gelegentlich war allerdings auch mal länger anhaltender Dauerniederschlag geringer Intensität dabei.

und der August 2019

Der August 2019 erreicht in den ersten zwei Dritteln des Monats kaum die 30°C-Marke und die Nächte waren oft angenehm kühl. Dies machte aber besonders die letzte Augustwoche wieder wett und prägt damit die Erinnerungen an den August 2019 als sehr heißer Monat. Dem wird die Monatsmitteltemperatur von 21,2°C, welche damit einer Abweichung von lediglich 2,7K entspricht, kaum gerecht. Zumindest im Vergleich zum Hitzemonat Juni. Wie schon der Juni, war auch der August relativ trocken und weist gegenüber dem langjährigen Mittel ein Niederschlagsdefizit von 42l/m² auf.

statistische Zusammenfassung

Insgesamt fällt der Sommer 2019 damit zu trocken und zu heiß aus. Es fehlten im gesamten Sommer 63,7l/m² an Niederschlag.

Der Sommer 2019 in Bildern

Gerade im Juni brannte es in Deutschland nahezu an allen Orten. Problematisch waren hierbei besonders Munitionsbelastete Wälder, da die Feuerwehr hier nicht abseits von befestigten Waldwegen, tiefer in den Wald fahren konnte. Somit blieb oft nur der Einsatz von Lösch- Flugzeugen und Hubschraubern zur Brandbekämpfung.

Waldbrand

In manchen Extremfällen sorgten sogar erst kräftige Niederschläge für das gänzliche Erlöschen der Brände. Auch den Wäldern machte die Hitze und Trockenheit sehr zu schaffen. Viele Schädlinge fressen sich unter der Rinde durchs Holz und zerstören dadurch die Kapilargefäße im Holz, durch welches Wasser von der Wurzel zu den Blättern fließt. Normaler Weise verharzen die Bäume im Schädlingsfall ihre Kapilargefäße und schließen die Schädlinge dabei ins Harz ein. Nachfolgend treten sie samt Harz aus der Rinde aus. Dies war den Bäumen dieses Jahr auf Grund des geringen Niederschlags nicht möglich, so dass sich die Schädlinge ungebremst durchs Holz fressen und vermehren konnten. Durch die typisch deutschen Monokulturen brauchten die Schädlinge nicht weit zu fliegen, ehe sie auf den nächsten Wirt stießen, in welchem die nächste Schädlingsgeneration heran wuchs. Beide Faktoren zusammen, Waldbrand und Schädlinge, haben dem deutschen Wald in diesem Jahr massiv zugesetzt. An vielen Orten stehen nun an Stelle von gesunden, grünen Bäumen, nur noch graue, tote Baumstämme.

Die Gewinner des Hitzesommer 2019

Aber es gab auch Gewinner in diesem Hitzesommer. Besonders Obstbäume wie Apfel und Birne trugen dieses Jahr teils mehr Früchte, als sie tragen konnten. Schon unseren eigenen Pflaumenbaum im Garten mussten wir mittels Kantholz unter die Äste greifen, da sonst die schweren Äste womöglich abgebrochen wären. Auch in den nahen markendorfer Obstplantagen tragen die Apfelbäume reichlich Früchte:

Apfelbaum voller Äpfel

Schon letztes Jahr blieb ein Großteil der Äpfel einfach auf der Plantage liegen und diente Insekten als Nahrung. Durch die enormen Mengen an Äpfeln bestand ein Überangebot, welches den Verkaufspreis auf unrentable Werte drückte. Somit landeten vermutlich nur die Besten Äpfel im Supermarkt. Ich vermute, dass es auch dieses Jahr wieder so werden wird.

Erntereifer Mais

Auch der Mais sieht dieses Jahr deutlich besser aus, als 2018. Hierfür verantwortlich dürften vor allem die großen Niederschlagsmengen des Juli sein. Sie kamen gerade noch im letzten Augenblick und gaben dem Mais wieder Kraft und Wasser zum wachsen. Im Gegensatz zum letzten Jahr sehen die Maiskolben wieder “normal” aus. Nicht übermäßig groß und prall, aber auch nicht so mickrig und verkümmert wie 2018.

Alles in allem werden die großen und teils sehr langen Hitzeperioden des Sommers 2019 in Erinnerung bleiben. Als Dachgeschossbewohner hat man während solcher Hitzeperioden sehr mit heißen Nächten zu kämpfen. Wenn die Außentemperatur kaum unter 20°C fällt, dann hilft auch das Öffnen aller vorhandenen Fenster kaum. Insbesondere wenn Nachts kein Lüftchen weht und sich die Hitze trotz offener Fenster in der Wohnung staut.

Auch die Arbeit macht bei solchen Hitzeperioden keinen Spaß mehr. Wer tagsüber in einem Klimatisierten Gebäude arbeitet, merkt die Hitze erst auf dem Heimweg. Wer aber täglich draußen unterwegs ist, um beispielsweise Kitas und Schulen mit Essen zu versorgen, Pakete ausfährt, oder anderweitig draußen arbeitet, der kommt schnell an seine Grenzen.

Ausblick auf die kommenden Monate

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass der Sommer vielleicht auf dem Kalender nun zu Ende ist, bzw. sich kalendarisch dem Ende nähert. Je nach Wetterlage ist es aber noch bis Anfang Oktober immer wieder möglich, dass die Tageshöchstwerte noch an der 30°C-Marke knabbern. Selbst Mitte Oktober wurde 2018 noch die 25°C-Marke geknackt. Ein spürbarer Temperatursturz in Richtung Herbst erfolgt meist ab Mitte Oktober.

Somit bleibt nur zu hoffen, dass wir zumindest die größte Hitze nun hinter uns haben.

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